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Platzzustand PLATZ GEÖFFNET
Informationen zum Platz:
DO: 9.40 h bis 12.50 h VR-Talentiade; jede Golfrunde beginnt an Tee 10.
letzte Änderung: 17.05.2012 16:22

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CSA - Was steckt dahinter?

In den letzten Wochen gab es immer wieder Fragen von DGV-Mitgliedern, aber auch Stellungnahmen und Veröffentlichungen in der Golfpresse zum Thema Competition Stableford Adjustment (CSA). Dabei wurde über dessen Funktionsweise, Sinn, Gerechtigkeit und Genauigkeit spekuliert. Gerne möchten wir einige der aufgeworfenen Fragen beantworten.

1. Wo kommt CSA eigentlich her?
Die dem CSA zu Grunde liegende Systematik wird seit 1989, also 18 Jahren, in Großbritannien angewandt, also in den "Mutterländern" des Golfsports England, Schottland, Irland und Wales (dort bekannt als CCS) und hat dort größte Akzeptanz gefunden. Es handelt sich also nicht um einen Schnellschuss der European Golf Association (EGA), sondern um ein millionenfach erprobtes und langjährig praktiziertes Instrument auf dem Weg zu mehr Vorgabengerechtigkeit.

2. CSA dient der Vorgabengerechtigkeit!
CSA dient allein Vorgabenberechnungszwecken oder genauer: der Vorgabengerechtigkeit.
Das Vorgabensystem basiert darauf, dass Vorgaben möglichst getreu die wahre Spielstärke des Golfspielers widerspiegeln, egal auf welchem Platz und unter welchen Bedingungen er versucht, die Vorgabe zu spielen.
Wetter, Platzpflege und andere Faktoren (wie z.B. Rough-Höhe, Grüngeschwindigkeit, Position der Fahnen bzw. Abschlagsmarkierungen, Wettspielart (Stableford oder Zählspiel) und Rollbedingungen) können einen Platz schwerer oder leichter bespielbar machen.
CSA ist hierzu ein Korrekturfaktor, der einen Beitrag liefert, unterschiedliche Bedingungen weniger wirksam werden zu lassen und damit die Vorgabenentwicklung von weinger Zufällen abhängig zu machen.
Nun könnte man sagen, dass sich schwerere und leichtere Spielbedingungen über das Jahr gesehen doch letztlich ausgleichen. Das tun sie evtl. wirklich. Aber ausschließlich dann, wenn ein Spieler auch über das gesamte Jahr vorgabenwirksam spielt. Die Realität sieht anders aus.

3. "Man weiß nach dem Wettspiel nicht, was man gespielt hat!"
Häufig ist zu hören und zu lesen, dass man früher unmittelbar nach 18 Löchern gewusst habe, ob man gut oder schlecht gespielt hat. Nun nicht mehr.
Sollte CSA als ein Instrument eingeführt worden sein, um die persönliche Spielstärke zu dokumentieren, so müssten wir dieser Kritik wohl Recht geben. Das ist aber nicht der Fall. 30 gespielte Netto-Stableford-Punkte sind 30 gespielte Punkte und genau mit diesen 30 gespielten Punkten findet man sich z.B. auch in der Siegerliste wieder.
Zugegeben: Einige Spieler, insbesondere die, die sich in den Grenzbereichen "Überspielung/Pufferzone/Unterspielung" bewegen, können nicht unmittelbar nach Ende ihrer Wettspielrunde die Auswirkung auf ihre Vorgabe ermitteln. Dieser "Nachteil" wird aber durch die größere Vorgabengerechtigkeit mehr als ausgeglichen.

4. "Eine CSA-Anpassung" -1" bestraft gutes Spiel"
Es ist wichtig zu hinterfragen, was eigentlich eine Vorgabe ausdrückt:
Eine Vorgabe gibt nicht etwa das durchschnittlich zu erwartende Spielergebnis (durchschnittliches Können) eines Golfers wieder. Wer zu einer Runde startet, egal ob privat oder im Wettspiel, kann deshalb bereits statistisch nicht erwarten, dass er netto eine PAR-Runde spielt. Eine DGV-Vorgabe ist eine "gewichtete" Bestleistung eines Spielers, die er naturgemäß nicht häufig erreicht. Also ist "nicht die Vorgabe zu spielen" bereits immer systembedingt der Normalfall. Dieser Hinweis ist deshalb wichtig, weil einige Golfer CSA deshalb kritisieren, weil sie glauben, eine mögliche Minus-Anpassung würde Ihnen eine berechtigte Verbesserung der Vorgabe verwehren.
Statistisch gesehen darf jeder Golfer die Erwartungen haben, dass sein Ergebnis etwa zwischen 2 bis 4 Punkten unterhalb der für ihn anwendbaren Pufferzone liegt, je nach DGV-Vorgabenklasse (siehe Ziffer 25/1 DGV-Vorgabensystem, Seiten 70 und 71).

5. "Die eigene Vorgabenentwicklung hängt von Wettspielergebnissen anderer ab."
Ja, die eigene Vorgabenentwicklung hängt mit CSA auch von Wettspielergebnissen anderer ab, dies aber nur in zweiter Linie. Primär bleibt natürlich das eigene Spiel Grundlage für die Entwicklung der eigenen Vorgabe.
Und: Die Ergebnisqualität des Teilnehmerfeldes hängt i.d.R. eben doch unmittelbar mit den Tagesbedingungen zum Wettspiel zusammen. Sollte es gute Bedingungen geben, so ist davon auszugehen, dass mehr Golfer ein besseres Ergebins haben und umgekehrt.

Wenn nun die Bedingungen sogar sehr gut oder extrem schwer waren, dann muss das erspielte Ergebnis gewichtet werden, damit Vorgaben vergleichbar bleiben. Es sind in aller Regel gerade diese Bedingungen, die sich in den Ergebnissen anderer ausdrücken. Von Einzelfällen abgesehen.

6. CSA als sinnvolle Ergänzung zum DGV-Course-Rating
Da Golfplätze sehr unterschiedlich sind, müssen diese natürlich in irgendeiner Art und Weise klassifiziert werden. Dies geschieht durch das DGV-Course-Rating. Das Course Rating bewertet einen Platz unter der Prämisse durchschnittlicher Bedingungen über das Jahr. CSA berücksichtigt darüber hinaus die davon abweichenden Tagesbedingungen.

Zwei Beispiele :

1. Die Hardrough-bzw. Natur-Rough-Problematik.
Die meisten Golfanlagen haben solche Natur-Rough-Zonen, die aufgrund behördlicher Auflagen nur ein-oder zweimal im Jahr gemäht werden dürfen. Das Course Rating mittelt hier für die Bewertung die Problemzonen. Was heißt das? Wenn das Rough bis auf 20+ cm wächst, aber immer am 15. juli runtergemäht werden muss, gibt es zwei völlig unterschieldiche Golfplätze, die gespielt werden (vorher/nachher). Die "Overall-Bewertung" mittelt die Schwierigkeit des Roughs. Das heißt, vor dem 15. Juli ist der Platz "zu leicht" geratet, nach dem 15. Juli ist er "zu schwer" geratet. Hier fehlte bisher ein Ausgleich, CSA bietet diesen.

2. Setzen der Abschlagsmarkierungen und Fahnenpositionen
Das Vorgabensystem erlaubt den DGV-Mitgliedern eine Variation der Länge des Platzes von bis zu +/- 100 Metern. Das bedeutet, er kann beispielsweise 100 Meter kürzer gesteckt werden, als beim Course Rating zu Grunde gelegt. Allein diese Verkürzung macht schon fast einen halben Golfschlag aus. Wenn nun noch die Fahnen einfach gesteckt wurden, so spielt sich ein Platz ggf. um einen Schlag leichter, CSA gleicht solche häufig vorkommenden Abweichungen aus.
Es gibt eine Vielzahl von möglichen Einflussfaktoren, die allein durch ein statistisches Course-Rating-System nicht zu berücksichtigen sind.

Fazit:
Das Course Rating sorgt für eine generelle Vergleichbarkeit aller Plätze unter Normalbedingungen.

Das CSA sorgt dafür, dass unterschiedliche Tagesbedingungen, nur zum Zwecke der Vorgabenberechnung (!), so vergleichbar wie möglich gemacht werden.
CSA ist weder ein "Bestrafungsinstrument" noch ein "Bonusprogramm". CSA ist ein Instrument, um vorgabenwirksame Spielergebnisse, bei vom Durchschnitt abweichenden Spielbedingungen, soweit wie möglich zu standardisieren.
Dies ist auch der Grund, weshalb nahezu alle europäischen Golfnationen seit 2007 oder ab 2008 das CSA eingeführt haben werden. In Frankreich wird es schon seit 2000 praktiziert und in Frakreich, wie auch in Großbritannien (s.o.) hat sich dieses System bewährt.
Absolute Einzelfallberechtigkeit in einem Vorgabensystem gibt es nicht. Der DGV wird aber die Auswirkung von CSA im Einzelnen sehr genau beobachten und analysieren und wird gemeinsam im europäischen Verbund an ggf. notwendigen Weiterentwicklungen einzelner Aspekte des Systems aktiv mitarbeiten.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine spannende Golfsaison.

@ Deutscher GolfVerband e.V.